| Home | Die FG | FG-Projekte | Tätigkeiten der FG | Downloads | Artikel | Weiterführende Informationen | | Impressum | VdS e.V. |
Die Kommunikation innerhalb der Fachgruppe
geschieht über die:
Nehmen Sie teil an
der Mailingliste der
Fachgruppe Astrofotgrafie.

Diskutieren Sie
alle Themen rund
um die Astrofotografie.
Ob technisch oder
wissenschaftlich.
Erfahren Sie alles
rund um die Tätigkeiten der Fachgruppe und
nehmen Sie einmal im
Jahr an der Wahl
des AdJ teil.
Mehr Infos und kostenlose
Anmeldung
IC 5146 im nahen Infrarot
Peter Remmel, Mitglied der Fachgruppe Astrofotografie und Vorsitzender der Sternwarte Limburg, probierte im Spätsommer 2012 etwas Neues. Er nahm den Kokonnebel (IC 5146, engl. cocoon nebula) mit der nach Westen ragenden Dunkelwolke Barnard 168 im nahen infraroten Wellenlängenbereich auf (Abb. 1). Das Bild datiert vom 23.10.2012. Aufnahmeort war Hünfelden Kirberg. Das Celestron 14 (Hyperstar), f = 685 mm (f/1,9) und die CCD-Kamera ALCCD 9M (bei -25°C) sitzen auf einer Montierung Taurus 60. Belichtet wurde 27 x 5 min, dazu wurde ein IR-Pass-Filter (Baader) benutzt. Das Autoguiding erfolgte mit einem DSI pro III und Leitrohr 75/500 mm, Stacken und Bildbearbeitung mit MaxIm DL und Photoshop.

Was bewog den Autor zu einem solchen Bild? Rotes Licht besitzt Wellenlängen von ca. 600 bis 750 nm. Für das nächtliche Sehen hat das menschliche Auge dort schon seine Grenze. Unsere Kamera-Chips sind darüber hinaus in der Regel für Wellenlängen bis etwa 1000 nm empfindlich, erfassen also auch den nahen Infrarotbereich (NIR). Für den Astrofotografen ist wichtig: Je länger die Wellenlänge, desto besser durchdringt die Strahlung interstellare Materie. Dazu hat Hans-Günter Diederich sowohl im VdS-Journal als auch auf einem BoHeTa-Vortrag ausführlich berichtet. Im Bereich jenseits von 2000 nm (= 2 Mikrometer) werden sogar dichte Staubwolken allmählich transparent, so dass die im interstellaren "Dreck" verborgenen Objekte aufgespürt werden können. Es stellte sich für Peter Remmel die Frage, ob auch im NIR schon Unterschiede zum sichtbaren Licht nachgewiesen werden können. Ergebnis: Gegenüber anderen Aufnahmen mit gleicher Grenzgröße erkennt man deutlich, dass im NIR einige zusätzliche Sterne durch die Dunkelwolke leuchten. In Abb. 2 ist das schön zu sehen.

Dazu der Bildautor: "Angeregt durch das phantastische APOD von Fabian Neyer vom 13.9.2012 wollte ich einmal sehen, wie der gleiche Bildausschnitt im NIR aussieht. Trotz Mond und leichtem Hochnebel belichtete ich den Kokonnebel und die Dunkelwolke Barnard 168 ca. 2 Stunden im NIR. Mir ging es im Grunde um den Dunkelnebel Barnard 168, der vom Kokonnebel ausgeht. Die Unterschiede werden im Vergleichsbild sichtbar. Irgendwann wird dies ein Mosaik, dass weiter nach rechts (Westen) gehen wird. Verwendet habe ich einen IR-Pass-Filter (Baader). Die Durchlasskurve beginnt hier bei 650 nm Wellenlänge. Der Kamerachip KAF8300 kann bis ca. 1050 nm aufzeichnen. So sieht man das Gebiet in einem Wellenlängenbereich von 650 nm bis 1050 nm. Jenseits von 950 nm sinkt die Quanteneffizienz des Kamerachips allerdings schon unter 10%."

Mit einem Klick auf das Foto gelangen Sie zur vergößerten Ansicht
Abbildung 1
Abbildung 2

Webmaster: Michael Kunze